
Haar, 28. Juli 2010 Beim Range Rover Sport muss man immer etwas genauer hinschauen, um ihn von seinem großen Bruder ohne Sport in der Typenbezeichnung unterscheiden zu können. Der kleine Range ist zwar 20 Zentimeter kürzer und schmaler als der normale Range Rover mit 4,78 Meter Länge, 2,16 Meter Breite und 1,78 Meter Höhe aber in der Tat alles andere als klein. Wir sind das SUV mit Einstiegsdiesel gefahren, wobei dieser auch immerhin drei Liter Hubraum und 245 PS zu bieten hat.
Der Range Rover Sport 3.0 TDV6 ergänzt das Dieselangebot unterhalb des 272 PS starken 3.6 TDV8. Das neue Sechszylinder-Aggregat arbeitet mit einem sequenziell-parallelen Turbosystem. Die beiden Lader sollen ein hohes Drehmoment über den gesamten Drehzahlbereich und ein optimales Ansprechverhalten des Motors sicherstellen, verspricht der Hersteller. Und behält damit weitgehend recht. Der kraftvolle, ausgewogene Antrieb sorgt bereits bei niedrigen Touren für ordentlichen Durchzug, das Drehmomentmaximum von 600 Newtonmeter steht ab 2.000 Umdrehungen voll zur Verfügung.
In 9,3 Sekunden spurtet das Diesel-SUV aus dem Stand auf Tempo 100. Angesichts von über zweieinhalb Tonnen Leergewicht und der nicht gerade windschnittigen Karosserie ist das ein passabler Wert. Auch bei hoher Geschwindigkeit verfügt der Wagen noch über Kraftreserven, die knapp 200 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit sind für den Range Rover Sport absolut ausreichend. Das sechsstufige Automatikgetriebe überzeugt durch sanfte, komfortable Schaltvorgänge. Wer es sportlicher mag, wählt die S-Stufe. Hier können die einzelnen Gänge länger und hochtouriger ausgereizt werden zugleich passt sich dieser Modus dem individuellen Fahrstil des Piloten an. Zum Preis von 210 Euro extra können Schaltwippen fürs Lenkrad geordert werden.
In puncto Verbrauch gibt sich der 3.0 TDV6 nur bedingt genügsam. 9,2 Liter Diesel nennt der Hersteller als Durchschnittswert auf 100 Kilometer. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 243 Gramm je Kilometer. Vergleichbar motorisierte BMW X5, Porsche Cayenne und VW Touareg (alle jeweils 7,4 Liter) beziehungsweise Mercedes M-Klasse (8,9 Liter) geben sich teils deutlich weniger durstig. Wir benötigten auf unseren Testfahrten mit dem Baby-Range zwar mehr als 14 Liter im Schnitt, dies ist aber einer sehr forcierten Fahrweise geschuldet. Mit durchschnittlich elf Liter Sprit sollte man beim 3.0 TDV6 jedoch kalkulieren.
Dass der Range Rover Sport den Zusatz Sport nicht ohne Grund im Namen trägt, offenbart die Fahrwerksabstimmung. Das SUV ist auf Dynamik und deshalb relativ straff ausgelegt. Selbst enge Kurven lassen sich zügig durchfahren die serienmäßige Wankneigungskontrolle leistet ganze Arbeit. Immer mit an Bord ist zudem die adaptive Fahrwerkssteuerung Adaptive Dynamics. Sie passt die Einstellung der Dämpfer kontinuierlich und stufenlos an die jeweilige Fahrsituation an ganze 500 Mal pro Sekunde.
Ein Range Rover ist traditionell nicht nur für die Straße gemacht, sondern auch für den Geländeeinsatz. Je nach Untergrund kann über das so genannte Terrain-Response-System das Fahrzeug-Setup verändert werden. So stehen verschiedene Programme für Gras/Schnee, Sand, Schlamm oder felsiges Gebiet zur Wahl. Bei Offroad-Fahrten sind zudem der serienmäßige Allradantrieb, die Berganfahr- und die Bergabfahrhilfe hilfreich.
Innen bietet der Range Rover Sport nicht nur ein gutes Platzangebot für bis zu fünf Personen, sondern auch ein hochwertiges Interieur und eine umfangreiche Ausstattung. Immer mit dabei sind unter anderem eine Lederausstattung, Zierleisten aus Walnussholz, ein Navigationssystem, eine Zweizonen-Klimaautomatik und rundum elektrische Fensterheber. Im Grundpreis von 61.600 Euro sind beim Range Rover Sport 3.0 TDV6 zudem 19-Zoll-Leichtmetallräder, Xenon-Scheinwerfer und ein Tempomat inbegriffen. Die meisten Konkurrenzmodelle lassen sich solche Komponenten extra bezahlen, und sind dafür im Einstieg günstiger. Den VW Touareg V6 TDI gibts bereits für 50.700 Euro, den BMW X5 xDrive30d ab 54.200 Euro und für den Porsche Cayenne Diesel werden mindestens 59.596 Euro fällig.
Fazit
Der Range Rover Sport schafft es, eine Brücke zwischen echtem Offroader und sportlich-luxuriösem SUV zu schlagen. Der 245 PS starke Dreiliter-Diesel bietet sowohl auf der Straße als auch im Gelände hinreichend Kraft und Durchzug. Er ist damit mehr als eine klassische Einstiegsmotorisierung. In Sachen Verbrauch ist der 3.0 TDV6 hingegen nicht ganz überzeugend. Der hohe Basispreis wird durch die entsprechend umfangreiche Serienausstattung wieder wettgemacht.